Vielfalt sichtbar machen: Mosaik-Aktion auf dem Kirchhellener Wochenmarkt geplant
Manche Erinnerungen verblassen, wiederum andere bleiben für immer. Olli Grimm hat sich für Letzteres entschieden: Der neue Brezelkönig trägt den Kirchhellener Brezelbruder jetzt als verewigtes Tattoo auf dem Rücken. Für den Tätowierer Sebastian „Nobby“ Schürger war die Anfrage eine besondere Ehre. Zu dem Projekt kam es zunächst aufgrund einer Zufallsbegegnung.
Kennengelernt haben sich die beiden im Schermbecker Ramirez, wo Olli mit seiner Band „Bahnbrechender Scheiß“ beim „Rock gegen rechts“ auftrat. Nobby fotografierte die Veranstaltung. Dass der Kirchhellener nebenbei hauptberuflich als Tätowierer arbeitet, wusste Grimm bereits. Kurzerhand fragte er ihn, ob er ihm den Brezelbruder unter die Haut bringen würde.
„Da war ich sofort Feuer und Flamme“, erzählt Schürger, der hauptberuflich als Tätowierer im Studio „Leib und Seele“ in Dorsten arbeitet. „Ich kann mich tatsächlich nicht daran erinnern, dass sich in all den Jahren beim Schützen- oder Brezelfest schon einmal jemand ein solches Motiv hat tätowieren lassen.“
Für den Brezelkönig ist die Entscheidung nicht spontan gefallen. Seine bisherigen Tattoos erzählen bereits persönliche Geschichten. Das erste Motiv, ein Tribal auf dem Schulterblatt, ließ er sich mit Anfang 20 aus seiner langjährigen Begeisterung für Irland und Irish Folk heraus stechen. Später kam das Logo seiner Punkband hinzu: ein Stich ins Herz, der auch für den Punker in ihm steht.
Darüber ließ er ein kleines „a“ verewigen. Der Buchstabe verbindet die Namen seiner Frau Stephanie und seiner drei Kinder Aaron, Felia und Frida. Passenderweise trägt auch seine Brezelkönigin Pia den Buchstaben im Namen, was jedoch kein Auswahlkriterium war, scherzt der Musiker.
„Die Bindung zu den Motiven muss mir persönlich viel bedeuten“, erklärt Grimm. „Die Geschichten und Menschen dahinter haben mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin.“ Da passt sein neuestes Motiv in seinem Amt als Brezelkönig natürlich extrem gut zu.
Auch Nobby Schürger war begeistert von der Idee. „Dass Olli als alter Punker und Musiker jetzt auch den Brezelbruder dauerhaft auf der Haut trägt, finde ich super“, sagt der Künstler. „Das ist eine einmalige Sache. Ich glaube nicht, dass das so schnell noch einmal passieren wird.“ Heimatliebe ist auch für ihn ein wichtiges Stichwort, so unterstützte er zum Beispiel kürzlich die heimische Kolpingsfamilie bei der künstlerischen Gestaltung eines Toilettenwagens. „Ich habe nebenbei immer viele Projekte laufen“, erklärt Nobby.
Der Termin ist für beide ein großer Spaß gewesen. Und offenbar nicht die letzte gemeinsame Aktion: Grimm und Schürger sind inzwischen in engem Kontakt. Allemal hat der Kirchhellener Künstler dafür gesorgt, dass Ollis Brezelfestliebe nun tatsächlich unter die Haut geht.
Mehr Projekte des Künstlers sind auf Instagram zu finden: www.instagram.com/sebastian_schuer/