Dirndl, Lederhosen und ordentlich Stimmung in Kirchhellen!
Die ersten Spenden haben viel bewirkt: Dank der großen Unterstützung aus der Bevölkerung konnten die Bottroper Imker inzwischen Material im Wert von rund 30.000 Euro anschaffen, um gegen die invasive Asiatische Hornisse vorzugehen.
Mit einer Teleskop-Carbon-Lanze, einem Wasserdampfgenerator, einem Spezialsauger, PKW -Anhänger und entsprechenden Schutzanzügen sind die Imker inzwischen gut ausgerüstet. Erst kürzlich rückten sie damit erneut aus, um ein Nest in Grafenwald zu beseitigen. Aufmerksam geworden waren die Fachleute durch Hinweise aus der Nachbarschaft.
Dass sie dabei Lebewesen töten müssen, fällt den naturverbundenen Imkern nicht leicht. Dennoch halten sie das Eingreifen für notwendig: Die Asiatische Hornisse hat hierzulande kaum natürliche Fressfeinde und könnte sich ohne Gegenmaßnahmen erheblich auf das heimische Ökosystem auswirken. Besonders betroffen sind unter anderem Bienen und andere bestäubende Insekten.
„Wir möchten uns herzlich, besonders bei den Großspendern, für die Unterstützung bedanken“, betont der Imkerverein. Zu den Unterstützern zählen unter anderem die Bezirksvertretung Kirchhellen, der Raiffeisen-Markt Kirchhellen, Blue-Service Erdal Baspinar, der Schmücker Hof (Eberhard Schmücker Junior und Senior), die Sparkasse Bottrop, der Hof Umberg, Gemüsebau Bottrop sowie die Baumdienste Enbergs und Lamers, so wie viele Kleinspender.
Ein Stich der Asiatische Hornisse ist für Menschen grundsätzlich nicht gefährlicher als ein gewöhnlicher Wespen oder Bienenstich. Wird allerdings ihr Nest gestört, kann es brenzlig werden: Die Tiere verteidigen ihre Behausung teils in großen Gruppen. Gerade Nester in der Nähe von Spielplätzen oder Wohngebieten können deshalb zum Risiko werden.
„Jedes Nest, das uns dieses Jahr durchrutscht, bedeutet fünf bis zehn neue Nester im kommenden Jahr, weil bis zu 500 neue Königinnen in jedem Nest heranwachsen und wiederum Nester bauen können“, warnt Hans-Helmuth Schmücker.
Nach der erfolgreichen Anschaffung der Ausrüstung wünschen sich die Imker nun mehr aktive Unterstützung. Das Prinzip ähnelt dabei einem „Geocaching 2.0“: Wird eine Asiatische Hornisse entdeckt, lässt sich ihre Flugroute beobachten. Über ein Dochtglas, gefüllt mit Rotwein und Zucker kann das Tier angelockt und gegebenenfalls markiert werden. Anschließend wird beobachtet, wie lange die Hornisse fortfliegt und in welche Richtung sie verschwindet.
Mit der kostenlosen App „Vespafinder“ lassen sich Flugzeit und -richtung dokumentieren. Da die Tiere zu ihrem Nest zurückkehren, können mehrere solcher Beobachtungen dabei helfen, den Standort einzugrenzen. „Das wäre eine enorme Hilfe“, sagt Hans-Helmuth Schmücker. Die Imker könnten den Hinweisen anschließend nachgehen und das Nest fachgerecht entfernen.
Hinweise mit möglichst genauer Standortangabe und einem Foto können an den Imkerverein unter velutina@imkerverein-bottrop.de gesendet werden.
Wer sich intensiver mit der Thematik beschäftigen möchte, findet auf den Social-Media-Kanälen von Burkhard Sagel alle Informationen zur Asiatischen Hornisse und einen spannenden Vlog zur begleiteten Nestentfernung.