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Für den ehemaligen Sekundarschullehrer Dominik Nowak beginnt ein neues Kapitel. Der Kirchhellener Politiker und Pädagoge hat nach zwei Jahren die Gustav-Heinemann-Realschule in Bottrop verlassen und ist an die Ingeborg-Drewitz-Gesamtschule (IDG) nach Gladbeck gewechselt.
Mit dem Wechsel entgeht Nowak nicht nur der Doppelrolle als Ratsherr und CDU-Schulpolitiker in Bottrop auf der einen sowie Schulleiter auf der anderen Seite. „Ich musste mich bei so vielen Themen als befangen erklären, dass es gar keinen Sinn mehr gemacht hat“, sagt er. Gleichzeitig steigt der 45-Jährige auf der Karriereleiter weiter nach oben.
Denn die Dimensionen an seiner neuen Schule sind deutlich größer. Rund 1100 Schülerinnen und Schüler sowie 120 Kolleginnen und Kollegen lernen und arbeiten an der IDG. Hinzu kommt die Aufgabe, eine Schule weiterzuentwickeln und dabei erstmals auch eine Oberstufe zu begleiten. „Zuvor musste ich die Schüler nach der zehnten Klasse abgeben, jetzt geht es noch weiter.“
Dass Nowak die Gustav-Heinemann-Realschule bereits nach zwei Jahren wieder verlässt, könnte bei Eltern und Schülern die Frage aufwerfen, wie lange er in Gladbeck bleiben wird. Spekulationen darüber möchte der neue Schulleiter allerdings schnell beenden.
„Ich bin gekommen in dem Wissen, dass Veränderung und Fortschritt an einer Schule in dieser Größenordnung länger dauern. Zudem hätte ich die Gustav-Heinemann-Realschule nicht verlassen, wenn ich nicht guten Gewissens gegangen wäre. Ich habe die Schule in gute Hände gegeben.“ In Bottrop habe er in den zwei Jahren einiges anstoßen können. Ein junges, motiviertes Team sei gemeinsam auf einen Weg gebracht worden, zugleich hätten sich die Schülerzahlen deutlich erhöht. Nowak ist überzeugt, dass die begonnene Entwicklung auch nach seinem Weggang fortgesetzt wird.
Sein schulisches Handwerk lernte der Kirchhellener zunächst an der damaligen Hauptschule Kirchhellen und später viele Jahre an der Sekundarschule Kirchhellen. In Bottrop konnte er seine Erfahrungen als Schulleiter erstmals unter Beweis stellen. Nun soll die Methode im Großformat funktionieren.
Dabei möchte Nowak kein Schulleiter sein, der seinen Arbeitsalltag ausschließlich am Schreibtisch verbringt. Gleichzeitig muss „eine Schule wie ein modernes Unternehmen geführt werden“. Seine ersten Tage an der IDG nutzte er deshalb vor allem, um mit Schülerinnen und Schülern ins Gespräch zu kommen und ein Gefühl für die neue Schule zu entwickeln.
Inhaltlich bleibt sein Kernthema die Verbindung von moderner Bildung und Digitalisierung. Gleichzeitig möchte Nowak die Basiskompetenzen stärken. Neben Lesen und Mathematik geht es ihm insbesondere um soziale Kompetenzen und ein gutes Miteinander.
Dass dies an einer Schule mit einem Sozialindex von 9 keine leichte Aufgabe ist, weiß der neue Schulleiter. Rückenwind verspricht er sich vom Startchancen-Programm, an dem die IDG teilnimmt. Es biete zusätzliche Möglichkeiten, die Schule weiterzuentwickeln. Dass dies keine Aufgabe für zwei Jahre sein wird, ist Nowak bewusst.
Trotz des beruflichen Wechsels nach Gladbeck bleibt das Bottroper Schulwesen für den Kirchhellener ein wichtiges Thema. Gerade für seinen Heimatstadtteil sieht er positive Perspektiven. „Das geplante Schulzentrum wird eine wahnsinnige Qualitätssteigerung bringen“, sagt Nowak.
Auch die derzeitige Container-Situation an den weiterführenden Schulen betrachtet er als gelungene Übergangslösung. Durch die Nähe zu Kirchhellen könnte zudem die Ingeborg-Drewitz-Gesamtschule eine interessante Alternative für Schülerinnen und Schüler sein, die nach der Sekundarschule mit entsprechender Qualifikation noch das Abitur machen möchten.
Seine Heimat bleibt für Nowak ohnehin Kirchhellen. Sein persönliches Kredo bringt er deshalb auf einen kurzen Nenner: „Kirchhellen im Herzen, Bottrop im Blick.“ Das eine gehe schließlich nicht ohne das andere.