Kirchhellener Thron nimmt Abschied: „Wo sind diese drei Jahre geblieben?“
Mit ihm verliert nicht nur die Kunstszene einen außergewöhnlichen Künstler, sondern viele Menschen auch einen offenen, herzlichen Gesprächspartner und Wegbegleiter. Wer Guido Hofmann-Flick begegnete, merkte schnell, dass er die Kunst mit ansteckender Begeisterung lebte. Sein Atelier „Meilensteine“ an der Bottroper Straße war weit mehr als eine Werkstatt. Es war ein Treffpunkt, eine Ideenschmiede, ein Ort, an dem Kunst und auch Menschen sich entfalten durften.
Als Bildhauer verstand er es, Stein, Stahl, Holz oder Beton zu verarbeiten. Seine Werke prägen Plätze und Landschaften weit über Bottrop hinaus. Besonders verbunden war er mit den Totems auf der Halde Haniel. Über viele Jahre setzte er sich mit großem persönlichem Einsatz dafür ein, dass dieses einzigartige Kunstwerk erhalten bleibt und reparierte die Stelen immer wieder, wenn sie durch Vandalismus beschädigt worden waren.
Erst vor wenigen Wochen wurden die Totems, die sein Meister Agustín Ibarrola geschaffen hatte, nach der Sanierung der Halde wieder aufgestellt, stellvertretend von Guidos Sohn Luis. Zwischen Ibarrola und Hofmann-Flick bestand längst mehr als ein Meister-Schüler-Verhältnis. Sie waren enge Weggefährten. Sohn Felix berichtet von den wohl schönsten Worten, die Ibarrolas Sohn nach Guidos Tod fand: „Nun können sie gemeinsam im Himmel weitermalen.“
Guido Hofmann-Flick war der festen Überzeugung: Kunst verbindet Menschen. Zahlreiche Ausstellungen und Projekte durfte ich als Redakteurin in der Vergangenheit begleiten. Er schaffte es, die Kunst zugänglich zu machen. Gerade in dem Wäldchen an der Töfflinger Straße, unweit von seinem Atelier, präsentierte er oft auch in Zusammenarbeit mit anderen Künstlern Kunst zum Anfassen und schaffte es, besondere Erlebnisse zu schaffen. Erlebnisse und Eindrücke, die bleiben.
Damit sein Lebenswerk weiterlebt, hat die Familie eine Spendenaktion über GoFundMe ins Leben gerufen. (www.gofundme.com/f/guido-hofmannflick-und-sein-kunstlerisches-wirken). Die Einnahmen sollen dabei helfen, die Kunst und Hofmanns Lebenswerk zu erhalten. Weitere Projekte nach seinen Ideen könnten so ermöglicht und seine Kunst auch künftig sichtbar gemacht werden.
Treffender als die Worte aus dem Spendenaufruf lässt sich sein Vermächtnis kaum beschreiben: „Das Schöne an Kunst ist: Sie bleibt. Sie berührt Menschen und wirkt weiter, auch wenn der Mensch, der sie geschaffen hat, nicht mehr da ist.“ Guidos Werke werden bleiben und so die Erinnerung an einen Künstler, der vor allem auch mit seiner Menschlichkeit berührt hat.