Kirchhellener Thron nimmt Abschied: „Wo sind diese drei Jahre geblieben?“
Der Schulhof der Marienschule in Kirchhellen-Feldhausen soll sich deutlich verändern. Wo heute eine marode Asphaltdecke liegt, sollen künftig mehr Grün, Bäume und ein Regenwassersystem dafür sorgen, dass der Hof mit Starkregen und Hitze umgehen kann. 1,34 Millionen Euro stehen für die Neugestaltung zur Verfügung.
Dass etwas mit dem Schulhof passieren muss, war aus Sicht des Schulleiters Gregor Fontein ohnehin absehbar. „Der Schulhof selber ist eigentlich wirklich renovierungsbedürftig“, sagt er. Die Asphaltdecke sei an vielen Stellen marode und beschädigt. Dass nun Fördermittel für eine klimaresiliente Umgestaltung zur Verfügung stehen, sei deshalb eine „Win-Win-Situation“ für alle Beteiligten.
Regenwasser soll künftig besser zurückgehalten werden und versickern. Bei Starkregen wird es über Baumrigolen aufgenommen und unterirdisch mit einer nördlich gelegenen Wiesenfläche verbunden. So soll das Überflutungsrisiko sinken.
Die Marienschule war von Überschwemmungen weniger stark betroffen als das Umfeld. „Das Gefälle geht vom Schulhof weg“, erklärt der Schulleiter. Vor vielen Jahren habe das Wasser auf dem Gelände noch knietief gestanden. Probleme habe es seither vor allem auf den umliegenden Straßen gegeben.
Die Schule sieht in der Umgestaltung viele Chancen. Denn neben Starkregen wird auch die zunehmende Hitze zur Herausforderung. In diesem Sommer ist der Unterricht bei besonders hohen Temperaturen bereits verkürzt worden. „Es heizt sich schon auf“, sagt der Schulleiter. Wenn die Räume einmal warm seien, lasse auch die Konzentration der Kinder nach. Mehr Bäume und Grünflächen könnten künftig für angenehmere Temperaturen im Alltag sorgen.
Für die Kinder könnte der neue Schulhof zudem zu einem Ort werden, an dem Klimaanpassung unmittelbar erlebbar wird. Bisher wird über Klimawandel und Wetterereignisse vor allem aus konkretem Anlass gesprochen. Mit dem neuen Schulhof könne sich das ändern. „Wir werden ja dann auch eine Vorzeigeschule sein“, sagt der Schulleiter. Er hofft, die Kinder künftig stärker dafür sensibilisieren zu können, welche besonderen Maßnahmen auf dem Schulgelände für den Umgang mit Wasser getroffen wurden.
Nicht alle Wünsche lassen sich mit dem Förderprojekt erfüllen. So hätte sich die Marienschule unter anderem eine bessere Sportfläche gewünscht. Eine Multifunktionsfläche mit einem geeigneten Belag für Basketball ist dabei eine Idee gewesen. Weil die Fördermittel ausschließlich für den Wasserschutz eingesetzt werden dürfen, sei das nicht möglich. Fontein hofft, mit dem Sport- und Bäderbetrieb Ideen weiterentwickeln zu können.
Auch während der Bauphase wird es Einschränkungen geben. Teile des Schulhofs werden zeitweise gesperrt sein. Sorgen bereitet dem Schulleiter jedoch nur die Dauer der Arbeiten. „Die einzige Sorge wäre, wenn es sich sehr in die Länge zieht“, sagt er. Ansonsten überwiegt die Vorfreude: „Der Schulhof wird durch die Neugestaltung auf jeden Fall aufgewertet.“
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