ÖKO.FAIR.TAG: Teilen von Lebensmitteln und Wissen für mehr Nachhaltigkeit
Eine Hecke, die über die Grundstücksgrenze wächst, Zigarettenqualm aus dem Nachbargarten oder ein Streit um den Heckenbeschnitt: Was erst einmal nach Kleinigkeiten klingt, kann unter Nachbarn schnell zu einem handfesten Konflikt werden.
Wenn Gespräche nichts mehr bringen und die Fronten verhärtet sind, kommt in Kirchhellen der Schiedsmann ins Spiel. Dieses Amt übernimmt nun Jörg Middelhoff. Er folgt auf Maria Reidick-Rominski, die die Aufgabe fünf Jahre lang ausgeübt hat. Am 15. Oktober wurde Middelhoff nach einstimmiger Wahl durch die Bezirksvertretung vereidigt.
Der Kirchhellener ist vor vier Jahren in den Vorruhestand gegangen und engagiert sich seither verstärkt ehrenamtlich. Er ist bei der TSG aktiv und gehört der Kolpingsfamilie Kirchhellen an. Mit dem neuen Amt möchte er sein Engagement erweitern. „Ich möchte der Gesellschaft etwas zurückgeben“, sagt er. Die Vermittlung zwischen unterschiedlichen Menschen kennt Middelhoff bereits aus seinem Berufsleben.
Als Schiedsmann will er nun dafür sorgen, dass Streitigkeiten möglichst ohne Gerichtsverfahren beigelegt werden. Dabei geht es vor allem darum, beide Seiten an einen Tisch zu bringen und ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre Sicht der Dinge darzustellen. Ziel ist eine Lösung, mit der beide Parteien leben können.
Dass hinter scheinbar banalen Anlässen oft mehr steckt, weiß seine Vorgängerin aus eigener Erfahrung. Bis zu zehn Fälle werden in Kirchhellen pro Jahr begleitet. Besonders häufig geht es um Grundstücksgrenzen und Nachbarschaftsfragen. Eine Hecke, die nicht zurückgeschnitten wird, kann zum Dauerärgernis werden.
„Wir legen durch ein gelungenes Schlichtungsgespräch häufig einen Grundstein für eine streitfreie Zukunft“, sagt Reidick-Rominski. „Nicht selten sprechen die Beteiligten dabei erstmals wieder oder überhaupt zum ersten Mal geordnet miteinander. Manchmal reicht schon eine simple Entschuldigung, um die Situation zu entspannen.“ Eine Einigung im Schlichtungsverfahren ist rechtlich verbindlich. Scheitert der Versuch, bleibt den Beteiligten der Gang zur nächsten Instanz.
Wie weit Nachbarschaftsstreitigkeiten gehen können, zeigen die Erinnerungen der bisherigen Schiedsfrau. In einem Fall eskalierte ein Streit um einen Zaun derart, dass ein Nachbar den anderen über den Zaun zog. Es kam zu einem Handgemenge. In einem anderen Fall fühlte sich ein Anwohner durch Zigarettenrauch gestört. Seine Nachbarin rauchte nach Feierabend regelmäßig eine Zigarette im Garten, während er bei geöffnetem Fenster schlafen wollte.
Für Reidick-Rominski waren es gerade diese Fälle, die zeigten, wie wichtig eine neutrale Vermittlung sein kann. Denn aus kleinen Ärgernissen können langjährige Auseinandersetzungen entstehen.
Für Reidick-Rominski waren es gerade diese Fälle, die zeigten, wie wichtig eine neutrale Vermittlung sein kann. Denn aus kleinen Ärgernissen können langjährige Auseinandersetzungen entstehen.
Middelhoff hat seine Vorgängerin bereits bei einzelnen Fällen begleitet, um sich mit den Aufgaben vertraut zu machen. Seine Sitzungen finden in der Bezirksverwaltungsstelle statt.
Weitere Informationen für jene, denen ein Schiedsmann helfen könnte, gibt es auf www.ag-bottrop.nrw.de.