Mondscheinpflücken auf dem Hof Umberg: Rahmenprogramm für die ganze Familie
Beim Projekttag im Waldpädagogischen Zentrum (WPZ) zeigte sich schnell: Rund um das kleine Kernobst steckt jede Menge Natur, Wissen und auch eine wichtige Botschaft zum Umweltschutz.
Einen ganzen Schultag lang konnten die Kinder den Apfel aus unterschiedlichen Perspektiven kennenlernen. Statt Unterricht im Klassenraum standen Bewegung, Entdecken und Ausprobieren auf dem Programm. An mehreren Stationen warteten Rätsel und Geschichten, Spiele und verschiedene Möglichkeiten, selbst aktiv zu werden. Der Apfel wurde dabei zum roten Faden durch einen abwechslungsreichen Naturtag.
Für besonderes Interesse sorgte die Streuobstwiese. Dort konnten die Schülerinnen und Schüler nachvollziehen, wie aus einer Blüte schließlich ein Apfel entsteht. Eine entscheidende Rolle übernehmen dabei die Bienen. Ohne ihre Bestäubungsarbeit würden viele Apfelblüten keine Früchte hervorbringen.
Noch näher kamen die Kinder den fleißigen Insekten im Imkerhaus. Dort konnten sie die Bienenvölker beobachten und mit etwas Glück auch die Bienenkönigin entdecken. „Die Bienen waren besonders cool“, lautete entsprechend das Urteil eines Drittklässlers. Andere Kinder hatten ihre Favoriten bei den Bewegungsspielen.
Auch geschmacklich gab es einiges zu entdecken. An einer Probierstation konnten die Kinder verschiedene Äpfel kosten und feststellen, dass die Früchte keineswegs alle gleich schmecken.
Neben Spiel und Genuss stand vor allem die Frage im Mittelpunkt, wie Natur geschützt werden kann. An der Nachhaltigkeitshütte erfuhren die Kinder unter anderem, weshalb Müll nicht einfach in der Landschaft zurückbleiben darf. Was für Menschen nur wie eine achtlos weggeworfene Verpackung aussieht, kann für Tiere zur Gefahr werden. Gleichzeitig wurde deutlich, dass Naturschutz nicht erst bei großen Projekten beginnt, sondern bereits im Alltag.
Organisiert wurde der Projekttag von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Finanziell unterstützt wurde die Aktion durch die Grasedieck Stiftung, die sich für die Förderung von Kindern und Jugendlichen einsetzt. Nach einem erfolgreichen ersten Durchlauf im vergangenen Jahr wurde das Angebot erneut aufgelegt.
Klaus Schlücking, Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, sieht darin einen wichtigen Ansatz. Viele Kinder hätten heute immer weniger Gelegenheit, ihre Freizeit draußen in der Natur zu verbringen. Der Projekttag im WPZ sollte deshalb bewusst einen Gegenpol zum Alltag und zu digitalen Medien schaffen. Nicht zuletzt zu erkennen daran, wie aufregend es für manche Kinder war, den Wildschweinen eine Apfelkitsche zum Fressen zu geben. Statt Natur nur aus Büchern oder vom Bildschirm kennenzulernen, konnten die Kinder sie unmittelbar erleben.