Vollsperrung am Alten Postweg in Kirchhellen: RAG reißt Fußgängerbrücke an Schacht 10 ab
Seit zehn Jahren ist der Technische Beigeordnete Klaus Müller im Amt. In dieser Zeit wurden Straßen saniert, Kanäle erneuert, Schulen und Feuerwehrstandorte geplant und große Stadtentwicklungsprojekte vorangetrieben. Doch die Bilanz fällt für ihn nicht allein bei den sichtbaren Bauprojekten. Es geht auch um die Kunst, mit knappen Kassen, Fachkräftemangel, politischen Abstimmungen und immer neuen Krisen umzugehen.
Als Klaus Müller vor zehn Jahren sein Amt in Bottrop antrat, hatte er einen entscheidenden Vorteil: Er kannte die Verwaltung bereits. Viele Themen und Projekte waren ihm vertraut, auch wenn er sich in die technischen Details einzelner Bereiche erst einarbeiten musste.
Dass Bottrop eine mittelgroße Stadt ist, erwies sich dabei als besondere Stärke. Die Stadtgesellschaft und die Verwaltung sind einerseits noch überschaubar und ermöglichen kurze Kommunikationswege. Die Stadt habe andererseits genügend Größe und als kreisfreie Stadt auch Handlungsspielräume.
Wenn es um seine Bilanz geht, spricht der Dezernent nicht zuerst über spektakuläre Projekte. Für ihn beginnt erfolgreiche Stadtentwicklung mit den Aufgaben, die im Alltag weniger sichtbar sind: Kanalsanierung, Straßenerneuerung, Abwasserbeseitigung und die Infrastruktur der Stadt.
Als er sein Amt übernahm, habe Bottrop bei der Kanalsanierung erheblichen Nachholbedarf gehabt. Die Bezirksregierung habe sogar deutlich gemacht, dass neue Baugebiete ohne Fortschritte bei der Sanierung kaum genehmigungsfähig seien. Inzwischen sei die Stadt wieder deutlich besser im Takt.
Auch bei der Erneuerung von Straßen sieht er Fortschritte. Projekte wie der Nordring und die Grafenwälder Schneiderstraße oder die Kirchhellener Hackfurthstraße sind politisch lange gefordert worden und haben teilweise eine lange Vorgeschichte gehabt. Dass diese Maßnahmen schließlich weitgehend problemfrei umgesetzt werden konnten, wertet er als Erfolg.
Dazu gehören übrigens auch die Schulen. Der Schulentwicklungsplan bringt umfangreiche Investitionen mit sich, teilweise zunächst über Containerlösungen und anschließend über dauerhafte Neubauten. Besonders positiv blickt er dabei auf den Neubau der Feuerwache in Kirchhellen: „Die Umsetzung ist inzwischen weit fortgeschritten, die Maßnahme liegt im festgelegten Kostenrahmen von rund 26 Millionen Euro und kommt zeitlich gut voran.“
Zu den größten Erfolgen seiner Amtszeit zählt der Dezernent neben der Sanierung des Rathauses und der Erweiterung des Museum Quadrat insbesondere den erfolgreichen Abschluss des Innovation-City-Prozesses. Die damals gesetzten Ziele sind erreicht worden. Zudem habe die Arbeit an diesem Dekadenprojekt ihn persönlich und auch die fachübergreifende Zusammenarbeit der Verwaltung nachhaltig geprägt. Gleichzeitig bedauert er, dass es bislang nicht gelungen ist, die Themen Klimaschutz und Klimaanpassung in der Breite fortzuführen.
Die Rahmenbedingungen haben sich verändert: Haushaltslage, politische Vorgaben und die Situation auf Landes- und Bundesebene machten es für Kommunen schwieriger, zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen umzusetzen. „Das Prima-Klima-Projekt in Kirchhellen zeigt allerdings, was möglich ist, wenn entsprechende Unterstützung von Landesseite vorhanden ist“, betont Müller.
Dabei spricht der Dezernent ausdrücklich nicht von einer abgeschlossenen Bilanz. Seine aktuelle Amtszeit läuft noch bis zum 31. August 2032. Noch liegen also einige Jahre vor ihm.
Und die Planungen reichen bereits weiter. Bei der Anbindung der Feldhauser Straße an einen potenziellen Kreisverkehr in Kirchhellen, sieht er das Projekt inzwischen auf der Zielgeraden. „Noch sind einige Feinheiten zu klären, doch die fertige Planung wird noch in diesem Herbst in der Bezirksvertretung vorgestellt werden“, stellt er in Aussicht. Eine Nachricht, die sicherlich zahlreiche Kirchhellener freuen wird.
Und auch darüber hinaus denkt der Dezernent bereits in längeren Zeiträumen. Gerade städtebauliche Projekte haben Dimensionen, die über eine Amtszeit hinausreichen können. Das gehört für ihn inzwischen zur Realität des Amtes: Stadtentwicklung braucht langen Atem.
Nach zehn Jahren fällt sein persönliches Zwischenfazit dennoch positiv aus. Er kann nicht behaupten, dass in Bottrop alles möglich sei, erklärt er. Dafür sind die finanziellen Spielräume zu begrenzt. „Aber innerhalb dieser Grenzen konnte vieles erreicht werden“, resümiert der Baudezernent nicht ohne Stolz.